
Sicher ist, dass bereits 1841 der Brandschutz in Steenfelde gesichert war. Die Voraussetzungen für die Freiwillige Feuerwehren waren aber erst seit der Bürgerlichen Revolution (1848) gegeben. 1902 wurde die "Freiwillige Feuerwehr Steenfelde-Großwolde" gegründet. Etwa 1935 ist daraus die heutige Freiwillige Feuerwehr Steenfelde entstanden.
Mit der Machtübernahme durch die NSDAP änderte sich in den Feuerwehren viel. Das Führerprinzip wurde eingeführt. Nun gab es einen Wehrführer und einen Führerrat. Im November 1938 endete zunächst die Zeit der Freiwilligen Feuerwehren, sie wurden zu technischen Hilfspolizeitruppen mit den Aufgaben Feuer- und Luftschutz. Die Feuerwehrverbände wurden aufgelöst. Am Freitag, dem 1. September 1939, 5:00 lief beim örtlichen Luftschutzleiter über Fernschreiben das SZL-Telegramm ein, d.h. "Sofort Ziviler Luftschutz!". Steenfelde wurde zwar nicht gezielt bombardiert, doch die Nähe zur Garnisonsstadt Leer mit einer Wehrmachtskaserne war gefährlich. So starben eine Frau und ihr Kind bei einem Bombeneinschlag am 21.04.1945 in Bullerbarg.
Nach dem Krieg ließ man die alten freiheitlichen Feuerwehrideale wieder zu neuem Leben erwachen. Die Feuerwehr wurde wieder eine Aufgabe der Gemeinde. Der erste Gemeindebrandmeister dieser Wehr wurde Engelke Kaltwasser. 1951 tritt man dem neugegründeten Kreisfeuerwehrverband Leer e.V. bei, einer Art "Gewerkschaft" der Feuerwehr. 1968 wurde dem damaligen Gemeindebrandmeister Lambertus Schmidt das Deutsche-Feuerwehr-Ehrenkreuz 2. Stufe verliehen. Nach der Gebietsreform 1973 wird die Feuerwehr Steenfelde zu einer Ortsfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Westoverledingen, die Leitung hat seitdem ein Ortsbrandmeister. Seit 1980 leitet Dirk-Berend Meinders als Ortsbrandmeister die Feuerwehr Steenfelde. Am 15.05.1999 wurde ihm das Deutsche-Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber verleihen. Mit dieser zweithöchsten Auszeichnung der Feuerwehr würdigte man Meinders vorbildliche Arbeit und seine außergewöhnlich "schlagkräftige" Feuerwehr.
Nach dem zweiten Weltkrieg war es für die Gemeinde Steenfelde wichtig, schnell einen ausreichenden Feuerschutz sicherzustellen. 1961 schaffte sich die Gemeinde ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF/T) an, 1964 eine neue Tragkraftspritze (TS 8/8). 1971 stellte die neue Samtgemeinde ein Dienstgebäude und ein Löschgruppenfahrzeug (LF 8) in Dienst. Der Feuerschutz in der neuen Gemeinde wird heute durch eine Schwerpunktfeuerwehr, zwei Stützpunktfeuerwehren und zehn Ortsfeuerwehren mit Grundausstattung gewährleistet. Steenfelde entscheidet sich gegen eine Aufwertung zur Stützpunktfeuerwehr und bleibt weiterhin ausschließlich für den Brandschutz in Steenfelde zuständig. Die Stützpunktfeuerwehren in Flachsmeer und Völlenerfehn ergänzen seitdem mit den dort stationierte Tanklöschfahrzeugen das Steenfelder Einsatzgerät. Bei schweren Rüsteinsätzen unterstützt ein Rüstwagen (RW 2, stationiert bei der Schwerpunktfeuerwehr Ihrhove). Somit ist für die Sicherheit der Westoverledinger mit achtzehn Fahrzeugen und über 300 Einsatzkräften vorbildlich gesorgt. 1991 wurde das Dienstgebäude um eine Begegnungsstätte erweitert. Damit wurde auch die Raumsituation der Feuerwehr verbessert, da der Unterrichtsraum nicht für Versammlungen ausreichte. 1995 trafen Politik, Verwaltung und Feuerwehr eine glückliche Entscheidung, sie beschlossen für die Feuerwehr Steenfelde die Anschaffung eines Fahrzeuges nach neuer Konzeption. Ein Löschfahrzeug (TSF/W) mit feuerwehrtechnischer Beladung für eine Löschgruppe und Staffelbesatzung. Mit einem Löschwasserbehälter von 500 l und einer Schnellangriffseinrichtung kann sofort nach Eintreffen an der Einsatzstelle die Brandbekämpfung beginnen. Heute werden bereits vier dieser Fahrzeuge in Westoverledingen eingesetzt. Mit dem neuem Fahrzeug wurde auch eine neue Tragkraftspritze (TS 8/8) und vier Atemschutzgeräte angeschafft. Seitdem können Einsatzkräfte mit schweren Atemschutzgeräten ausgestattet werden und so in gesundheitsschädigender und sauerstoffarmer Umgebungsluft arbeiten. Die hierfür speziell ausgebildeten Kameraden wurden bereits bei Dutzenden Bränden eingesetzt, gerade auch zur Unterstützung anderer Ortsfeuerwehren. In der Feuerwehr Steenfelde schaffte man sich zahlreiche Geräte mit privaten Mitteln an. So zum Beispiel eine Sondersignaleinrichtung für das Fahrzeug und eine Motorsäge. Die stille Alarmierung in Steenfelde ist auch den Gönnern und Kameraden der Feuerwehr zu verdanken. So werden heute alle Einsatzkräfte mit Meldeempfängern alarmiert und es kann auf die Sirene verzichtet werden.
Die Einsätze der Feuerwehr lagen in den ersten Jahrzehnten noch fast ausschließlich im Bereich der Brandbekämpfung. Zu den größten Brandeinsätzen zählten der Brand der Domäne 1975 in Völlenerkönigsfehn, die Moorbrände 1976, ein Gebäuderand in Flachsmeer 1996, der Brand einer Möbelhalle in Folmhusen 1997 und der Brand eines Betriebes in Völlenerfehn 1998.
Am 16. Februars1962 wurde im Radio und Fernsehen vor einer schweren Sturmflut gewarnt. Am Abend stieg die Flut bedrohlich an. In der Nacht hielt der Deich in der Nachbargemeinde Völlen nicht mehr stand. 3000 Hektar wurden in kurzer Zeit überflutet. Die Feuerwehr Steenfelde half in diesem Katastropheneinsatz zusammen mit anderen Hilfsmannschaften. Um sechs Uhr am 17. Februar waren bis auf acht Personen alle geborgen. Besonders tragisch: Ein junger Soldat war bei den Rettungsarbeiten ums Leben gekommen. Die eingesetzten Kameraden wurden später mit der Sturmflutmedalie ausgezeichnet.
Im August 1976 befand sich die Feuerwehr erneut im Katastropheneinsatz, in Klostermoor war eine Moorfläche von ca. 50 ha in Brand geraten. Die Feuerwehr Steenfelde ist auch für einige Kilometer B70 zuständig, hier gibt es drei Unfallschwerpunkte: Einfahrt Hauptstraße, Einfahrt Pastor-Kersten-Straße u. Einfahrt Königstr. Auf diesem Streckenabschnitt konnte man zwar schon vielen Menschen das Leben retten, aber leider kam in vielen Fällen jede Hilfe zu spät. Alleine in den letzten zwanzig Jahren hatte die Feuerwehr XXX Einsätze auf der B70 abzuwickeln. Ein anderer Einsatzschwerpunkt sind die Anlagen der Bahn AG. Glücklicherweise gab es seit bestehen der Strecke keine größeren Zwischenfälle im Zuständigkeitsbereich der Feuerwehr Steenfelde. Im Einsatz war man hier über XXX mal. In den meist Fällen galt es Brände an den Gleisen zu löschen, für die Einsätze im Zeitraum vom 13. - 26. Juni 1970 lud die Bundesbahndirektion alle Kameraden zu einer Freifahrt ein. Der größte Brandeinsatz auf dem Gelände der Bahn war 1993, damals brannte ein leerstehenden Gebäude aus. Besondere Aufmerksamkeit schenkt man auch den Gewerbegieten "An der Bahn" und Lüke-Smidt-Straße" in Steenfelde.
1991 verbesserte die Feuerwehr Steenfelde erheblich den Brandschutz der griechischen Gemeinde Koressios. Ein ausgemustertes Feuerwehrfahrzeug wird restauriert und in die Bergregion gebracht. Die Einwohner begrüßen die Steenfelder mit einer volksfestähnlichen Veranstaltung.
1983 wird das Kreisfeuerwehrverbandsfest in Steenfelde ausgerichtet.
1999 besuchte der NDR die Feuerwehr bei ihrer 10. Mai-Fete. Nach einer landesweiten
Wahl im April zählt die Feuerwehr Steenfelde zu einer der fünfzehn
beliebtesten unter den 3.544 Feuerwehren in Niedersachsen.
Die neue Wettbewerbsgruppe qualifizierte sich 1999 mit dem 2. Platz für
den Wettbewerb auf Kreisebene. Im Jahr drauf schaffte sie es Sieger im Brandabschnitt
SÜD zu werden.
Die Feuerwehr Steenfelde leistet auch ihren Beitrag zur überörtlichen Arbeit in der Kreisfeuerwehr. So stellt man Personal für den Gefahrgut-Zug, die Technische-Einsatzleitung, als Wertungsrichter.
Eine gute Kameradschaft ist für die Feuerwehr eine wichtige
Voraussetzung um im Einsatz effektiv miteinander zu arbeiten. Zur Pflege dieser
Kameradschaft organisiert die Feuerwehr in Steenfelde jährlich einige Aktionen.
Diese Treffen tragen zum sehr gutem Teamgeist in Steenfelde bei. Jedoch auch
der Partner oder die Partnerin einer Feuerwehrfrau oder eines Feuerwehrmannes
ist gefragt. Die Stunden des Wartens auf den Partner/die Partnerin im Einsatz,
sind belastend. Hinzu kommt die tatkräftige Unterstützung von Veranstaltungen.