
Das mittelalterliche Kirchdorf bestand aus etwa 13 Bauernhöfen. Im Ausgang des 17. Jahrhunderts erfolgte die Besiedlung des heutigen Steenfelderfehn. Auch die Moor- und Heidegebiete östlich und südöstlich von Steenfelde wurden vor 250 Jahren langsam besiedelt. Um 1800 wurden die Siedlungen Steenfelderfeld und Bullerbarg angelegt.
Steenfelde wurde etwa im 14. Jahrhundert selbständiges Kirchspiel, die Kirche selbst wurde im 13. Jahrhundert erbaut. Die reformierte Kirchengemeinde Steenfelde erlebte um 1671 einen münsterreschen Überfall. Dem damalige Pastor Katechet Overmann ist es zuzuschreiben, dass die Gemeinde zur lutherischen Konfession wechselte.
Während der napoleonischen Zeit war Steenfelde eine Vogtei im Amte Leer. Ende des 19. Jahrhundert wurde diese Vogtei aufgelöst, es entstand die Gemeinde Steenfelde. 1962 bildete man mit den Gemeinden Großwolde und Flachsmeer eine Samtgemeinde. 1973 entstand durch die Gebietsreform die heutige Gemeinde Westoverledingen. Steenfelde bildet mit Bullerbarg, Steenfelderfehn, Steenfelderkloster und Teilen von Steenfelderfeld einen Ortsteil.
Im 18. Jahrhundert waren die Verkehrsverbindungen noch sehr schlecht. Im Herbst war Steenfelde oft nur mit einem Boot zu erreichen. Der Wallschloot muss jedoch eine optimale Wasserstraße gewesen sein, auf der man nach Leer fuhr. 1856 wurde die Bahnstrecke Emden-Rheine in Betrieb genommen, der Steenfelder Bahnhof wurde 1911 eröffnet. Durch diese Haltestelle der Bahn pulsierte das Steenfelder Dorfleben. Morgens wimmelte es von Menschen, die zu ihren Arbeitsplätzen fuhren und Reisende kehrten in den Gasthäusern ein. Wenige Jahre später kam eine Posthilfsstelle hinzu, von dort aus wurden die Gemeinden Steenfelde und Flachsmeer postalisch versorgt.
Sicher ist das 1684 eine Dorfschule bestand. Später wurde die Unterrichtsversorgung mit zwei Schulen gewährleistet. Seit der Gebietsreform gibt es eine Grundschule für Steenfelde und Großwolde an der Schulstraße. An dieser Straße sind auch Orientierungsstufe, Haupt- u. Realschule im Schulzentrum Collhusen untergebracht.
Der 2. Weltkrieg kostete zahlreichen Menschen aus Steenfelde das Leben. Zunächst war der Kriegsschauplatz weit entfernt. Feindliche Soldaten kannte man höchstens aus den Lagern in Flachsmeer und Steenfelde. Zum Kriegsende rückte die Front näher. Tiefflieger beschossen Eisenbahnen, Landstraßen und sogar kleine Menschengruppen. Der Versuch die Alliierten im April 1945 bei ihrem Durchzug zu stoppen hinterließ schwere Gebäudeschäden.
Die Flurbereinigung und der technische Fortschritt ließen die Landwirtschaft stark verändern. Sie war bis vor wenigen Jahrzehnten noch Existenzgrundlage der Bevölkerung und verliert nun immer mehr an Bedeutung. Die Zahl der Selbständigen in Steenfelde nahm im letzten Jahrhundert stark ab. Veränderte wirtschaftliche und soziale Bedingungen ließen die meisten Gaststättenbetriebe aussterben. Gerade aber die Zentralisierung von Handel, Gewerbe und Verwaltung ließen viele Arbeitsplätze in Steenfelde verloren gehen. Steenfelde verlor durch die Eingliederung in die Gemeinde Westoverledingen nicht nur an Bedeutung. In den 60iger Jahren schloss der Bahnhof Steenfelde und in den 80iger Jahren des letzten Jahrhunderts die Poststelle. Seit den 70igern sorgt nicht mehr eine ortsansässige Polizeidienststelle für Sicherheit und Ordnung. Nur die Kirche und die Feuerwehr blieben als letzte öffentliche Einrichtungen im alten Dorfkern erhalten.
Die rund 1750 Einwohner leben heute vor allem in den Siedlungen. Erst in den letzten Jahren stieg die Zahl der Selbständigen in Steenfelde wieder an. Gerade in den zwei Gewerbegebieten ("An der Bahn" und "Lüke-Smit-Straße") sind wieder einige Betriebe mit ca. ? (Plock= 90, Janssen= : diese Klammer streichen) Beschäftigten ansässig. Seit 1997 ist Steenfelde von weit her sichtbar, durch den ca. 104 ha großen Windenergieanlagenpark. Die Windpark Steenfelde GmbH & Co. Betriebs-KG ließ 16 Windkraftanlagen mit einer Leistung von 9 MW aufstellen.
Damit wird der Ortsteil Steenfelde dem Auftrag "Wohnen und Gewerbe", der Gemeinde Westoverledingen per Landesraumordnungsprogramm zugewiesen worden war, gerecht. Rückblickend kann man die Gebietsreform als notwendig und richtig ansehen. Westoverledingen verfügt heute über eine moderne und effiziente Verwaltung. Das Bürgeramt und die Haushaltspolitik gelten als beispielhaft. Die neue Gemeinde verbesserte die Schul- u. Kindergartensituation, baute Freizeiteinrichtungen, Straßen, Klärwerke und verbesserte den Feuerschutz.
Die neue Gemeinde trug mit ihren Leistungen einen Teil zum lebenswertem
Steenfelde bei. Von den Einwohnern selbst, gerade von Kirche, Vereinen, Verbänden,
Arbeitsgemeinschaften und der Feuerwehr stammt der andere Teil. Alle zwei Jahre
treffen sich die Steenfelder auf dem Dorffest, jedes Jahr veranstaltet der Sportverein
u.a. ein Osterfeuer und ein Fußballturnier der Straßenmannschaften,
die Feuerwehr lädt zum Winterfest und am 30. April zur Mai-Fete ein. Die
Kirchengemeinde lädt u.a. zum Gemeindefest und Weihnachtsmarkt ein. In
den Arbeitsgemeinschaften "Unser Dorf soll schöner werde" und
"Dorferneuerung" gestalten die Bürger ihr Steenfelde von Morgen.
Die Dorfgemeinschaft beteiligt sich auch am Umweltschutztag in Westoverledingen.