Einsatzübung am 13.11.04
Am Samstagmorgen rief man drei Feuerwehren zu einer Übung
im Klärwerk Steenfelderfehn. Die Feuerwehrleute mussten Vermisste suchen
und
das vermeintliche Feuer löschen. Dabei stellte die Wasserversorgung ein
Problem dar.
Um kurz vor zehn ging am Samstag ein knapper Notruf in der Einsatzleitstelle
des Landkreises ein. "Feuer im Klärwerk Steenfelderfehn, vermutlich
noch
Personen im Gebäude.", so der Anrufer der damit das Startsignal für
die
Übung gibt.
Als einige Minuten später das Löschfahrzeug aus Steenfelde eintrifft
gibt es
mehrere Aufgaben für Einsatzleiter Ralf Heykants. Eine Gerätehalle
soll
total brennen, ein Nachbargebäude hat Feuer gefangen. In diesem zweiten
Gebäude vermisst man Arbeiter.

Als erstes steigen die Steenfelder daher unter Atemschutz in den verqualmten
Keller des Betriebsgebäudes ein und suchen nach den Personen. Künstlicher
Qualm aus zwei Nebelmaschinen hüllt die Übungsobjekte dicht ein. "Da
sieht
man die Hand vor Augen nicht.", so ein Atemschutzgeräteträger
nach dem
Aufstieg aus den Kellerräumen. Kriechend durchsuchen die Männer die
Kellerräume im Steenfelder Hammrich. Durch Tasten finden sie den ersten
Vermissten und bringen die 2m große Puppe aus Pappmaschee nach draußen.

Während im Keller weiter nach dem zweiten Arbeiter gesucht wird, treffen
auf
dem Betriebsgelände immer mehr freiwillige Helfer der Feuerwehren aus
Steenfelde, Völlenerfehn und Flachsmeer ein. Zusammen fast 50 Einsatzkräfte
die bei der Übung zu beschäftigen sind. Aber an Arbeit mangelt es
auch
nicht.
Es gibt keine Hydranten in Reichweite der Anlage die in Westoverledingen das
Abwasser reinigt. Die Steenfelder Feuerwehr baut daher eine Schlauchleitung
von einem Biotop auf dem Gelände zur Einsatzstelle auf. Die Feuerwehrleute
aus Völlenerfehn pumpen Wasser aus einem Schloot in der Nähe.

Nachdem auch die zweite Puppe auf dem Dachboden gefunden wird, taucht ein
weiteres Problem auf. Auf dem Gelände gibt es einen Lagertank für
Eisenchloridsulfat aus dem die Chemikalie auslaufen soll. Der Stoff dient
bei der Abwasserreinigung zur Ausfällung von Phosphat und ist
gesundheitsschädlich. Im Ernstfall hätte die Feuerwehr hier mit
Vollschutzanzügen und Spezialgerät vorgehen müssen. Am Samstag
reichte den
Ü
bungsleitern das Erkennen der Gefahr.
Die Beobachter der Übung zeigen sich ohnehin recht zufrieden mit der
einstündigen Übung. Bemängelt wird vor allem die nicht ausreichende
Löschwasserversorgung für die gemeindeeigene Anlage und das nicht
alle
Atemschutzgeräteträger mit Funkgeräten ausgestattet werden konnten.